Wie geht es mir?

Ja, gelegentlich wird mir diese Frage gestellt und wie sollte es anders sein … meistens antworte ich immer: „Mir geht es gut“. Manchmal sage ich auch, dass es gerade so geht, aber alles okay ist. Aber ist das nicht irgendwie meistens so? Menschen fragen nach dem Befinden und selten offenbart man ihnen, wie schlecht es einem geht?
Ich schätze schon. Ich weiß nicht, warum dies so ist, jedoch vermute ich, dass man andere Leute nicht mit seinen Problemen und Sorgen belasten möchte. Wahrscheinlich spreche ich nicht für alle, allerdings ist dies bei mir meistens der Fall.

Aber wie geht es mir wirklich?

Wie vermutlich schon viele wissen, ist es bei mir ein ewiges auf und ab. Es gibt durchaus Tage, an denen es mir relativ gut geht, aber meistens ist das leider nicht der Fall. Und bedauerlicherweise sind die guten Tage nicht einmal überragend gut. Sie sind für mich okay. Ertragbar. Wenn ich manchmal anderen sage, dass es mir gut geht, tue ich dies nicht einmal, weil ich sie evtl. nicht „belasten“ möchte, sondern meistens, weil ich glaube, dass sie mit meinen Problemen sowieso nicht viel anfangen können. Oder aber, weil es mir tatsächlich so schlecht geht, dass ich ein daraufhin folgendes Gespräch vermeiden möchte.
Sind wir doch mal ehrlich … wenn euch jemand sagt, dass es ihm gut geht, dann ist das so auch gut. Man hakt nicht weiter nach und nimmt es so hin. Möglicherweise freut man sich auch für denjenigen, aber das wars im Regelfall auch schon. Sagt dir dein Gegenüber aber, dass es ihm schlecht geht, dann folgen meistens weitere Fragen. Warum? Was ist passiert? Kann ich dir helfen? Aber was soll man schon antworten, wenn doch alles gut ist? Noch nie wurde mir die Frage gestellt, wieso es mir gut geht. Nein, wirklich noch nie.

Irgendwie komisch. Menschen. Muss man nicht verstehen.

Mir geht es aber leider selten gut. Aktuell weder körperlich, noch psychisch. Zur Zeit habe ich viele Schmerzen, im Rücken, in den Beinen, meine Hände machen mich wahnsinnig und mein Kopf noch mehr. Seit circa einer Woche kämpfe ich mit so heftigen Kopfschmerzen, dass sie teilweise kaum zu ertragen sind. Meist gefolgt von starken – aber kurzen – Schwindelattacken. Ich trinke genug, aber natürlich gehe ich zu selten an die frische Luft. Ich schiebe es gerade erst mal auf den fehlenden Sauerstoff und beobachte das Ganze noch ein bisschen.
Dann tut mein Rücken irre weh und meine Beine ebenso. Logisch, wenn man die ganze Zeit nur sitzt. Mir fehlt Bewegung.
Und die Geschichte mit meinen Händen zieht sich ja nun schon seit Jahren … 2017 irgendwann, um genauer zu sein. Nächste Woche habe ich endlich den Termin beim Rheumatologen und diesmal nehme ich den Arzttermin auch wirklich wahr. Nicht nur, weil ich will, dass endlich etwas gegen die Schmerzen unternommen wird, sondern auch, weil davon ein eventueller Kur Aufenthalt abhängt.

Psychisch bin ich ein Wrack. Vor zwei Tagen kamen erneute Suizid Gedanken auf. Ich wünschte mir einfach ein neues Leben. Oder, dass meins einfach vorbei ist. Traurig, ja ich weiß. Aber mich macht das Ganze bald wahnsinnig. Keine sozialen Kontakte, die Schmerzen, die innere Wut, die nicht raus kann. Ich wollte mir einreden, dass es doch eh scheißegal ist und ich vermutlich niemanden fehlen werde. Zumal hasse ich mein Leben. Ich hasse es wirklich. Ich fühle mich wie eine totale Versagerin.
Rückblickend … in der Schule lief es beschissen. In meiner Jugend baute ich nur Scheiße. Ich machte Schulden. Ich habe meine Kinder verloren. Meine Eltern sind irgendwie komisch geworden und nehme mich nie ernst. Ich habe keine Ausbildung. Keine Arbeit. Vediene nichts. Lebe nur vom Geld meines Mannes und kann mir nie irgendetwas eigenes leisten. Für jede 10 € Anschaffung muss ich fragen. Gesundheitlich – also auch körperlich – geht es mir so beschissen. Seit vielen Jahren und es wird nie besser, eher schlechter. Ich bekomme keinen Therapie Platz. Bekomme meine Ängste nicht in den Griff. Nebenbei stresst mich schon wieder meine Tochter und als Krönung bin ich mal wieder in eine Betrugsfalle geraten, wo offenbar irgendwelche Daten gehackt wurden.
Was ist das für ein Leben? Was habe ich erreicht? Einen Scheiß. Aber nein, natürlich tue ich mir selbst nichts an. Allerdings hat das nur einen Grund. Vielleicht auch zwei. Ich will meine Kleine nicht verlieren und zerstören und … ich bin einfach noch nicht bereit, um aufzugeben.

Nachdem ich bei dem Rheumatologen war (was am kommenden Dienstag sein wird), werde ich zurück zu meiner Ärztin gehen und ich werde ihr von diesen Gedanken erzählen. Und ich werde ihr so lange auf die Nerven gehen und die Praxis nicht eher verlassen, bis sie mir hilft.
Ich will verdammt noch mal entweder eine Kur, eine Therapie oder eine Reha.

Ich bin jetzt 38 Jahre alt und ich bin noch nicht bereit, mein Leben an den Nagel zu hängen. Wenn ich am Ende die Möglichkeit habe, eventuell wieder zurück ins Arbeitsleben zu kommen, vielleicht sogar noch etwas zu lernen und endlich wieder soziale Kontakte knüpfen kann, dann wird es das wert sein.
Ich muss es versuchen. Das ist mein Plan. Das ist mein Ziel.

Aber hey … das war noch nicht alles! Es gibt tatsächlich auch ein paar positive Dinge zu berichten:

Erst einmal: Ich schaffe es tatsächlich, regelmäßig zu lesen. Nahezu jeden Abend greife ich zu meinem aktuellen Buch und lese mindestens 1-2 Kapitel. Manchmal auch mehr. Sie sind schön kurz, das Buch ist gut und spannend und es liest sich quasi so weg. Ich finde, das ist ein guter Schritt.
Dann habe ich das zocken weiterhin reduziert. Ich habe diese Gilde wieder verlassen. Das hatte Gründe, denn erst einmal lasse ich mich nicht stalken, mich nicht verarschen und mir nicht vorschreiben, was ich zu spielen habe. Das war fast wie eine Befreiung und ich bin sehr glücklich, dass ich diesen Schritt (mal wieder) gewagt habe.
Und das Beste: Ich gucke … nein, ich suchte fast schon wieder Netflix. Abends geht es meistens mit mir auf die Couch und dann gucke ich schon mal 3-4 Stunden Serien. Zuletzt gab es ein Rewatch von Shadowhunters und jetzt sehe ich mir noch einmal Vampire Diaries an. Wenn mein Mann dabei ist, gucken wir Prison Break. Ich hatte Serien gucken immer geliebt, aber durch WoW hat dieses Hobby sehr gelitten.
Malen und zeichnen, sowie Diamont Painting habe ich gerade mal wieder pausiert … allerdings aufgrund der Schmerzen in Hände & Rücken.

Das waren drei kleine Dinge, für mich aber wichtig und ich freue mich, dass dies aktuell so gut funktioniert.

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