Ich und mein WoW … ein Segen & Fluch zugleich

… oder … wenn ein geliebtes Hobby zum Albtraum wird!?

Vorweg schon einmal – dieser Beitrag kann nicht nur lang werden, er WIRD lang. Warum ich das nun schreibe? Weil ich nicht anders kann. Ich muss mir gerade meinen Frust und Sorgen von der Seele schreiben. Ich möchte versuchen, das so zu verarbeiten. Ich möchte über meine Erfahrungen mit der Community schreiben. Ich möchte aufklären und erklären.
Auch, wenn das eventuell auf meine eigenen Kosten gehen wird.

Jemand mit Soziophobie spielt ein MMORPG. Wenn das mal nicht nach hinten los geht ….

Natürlich gibt es erst einmal eine kleine Vorgeschichte.
Ich war schon immer ein Zocker Mädel. Bereits als Kind saß ich viel vor der Konsole und später wechselte ich irgendwann an den PC. Zunächst spielte ich Spiele wie Fable oder Tomb Raider und hatte durchaus Spaß. Allerdings waren solche Spiele immer irgendwann durchgespielt. Sie waren einfach zu Ende. Ich wollte ein Spiel, das nicht aufhört.
Also kam ich auf die Idee, es mit World of Warcraft zu versuchen. Das war irgendwann im Sommer 2017. Natürlich stand für mich von Anfang an fest: Ich werde in keine Gilde gehen. Ich werde niemals irgendwo auf ein ts gehen. Denn dann müsste ich mit Menschen kommunizieren und … vor diesen habe ich am meisten Angst. Es sind fremde Menschen. Ich könnte irgendetwas tun, worüber sie sich dann lustig machen. Davor hatte ich Angst. Ja. Und dazu stehe ich!

Ich erstellte mir also meinen ersten Charakter. Ich hatte überhaupt keine Ahnung, was ich da tue und wie was geht. Es war eine Blutelf Jägerin auf irgendeinen kleinen Server. Bald schon meldete sich ein Bekannter von mir. Ich könnte doch zu ihm in die Gilde. Dafür musste ich aber auf Antonidas und zur Allianz. Ich sagte ihm, dass ich aber eigentlich nur vor mir herzocken will und eh keine Gilde brauche. Er argumentierte, dass er mir dann auch helfen könnte, also folgte ich ihm und erstelle mir einen neuen Charakter. Nachtelfe. Jägerin. Ich levelte bis ca Level 40. War ab und zu mal online. Dann wurde ich aber krank. Dann war mein PC kaputt. Ich ging also 2 Monate nicht online. Als ich wieder kam, war ich plötzlich gildenlos. Wenn man eine Gilde hat, muss man natürlich aktiv sein. Viele werben damit, dass das RealLife vorgeht und oberste Priorität hat. Aber da habe ich ganz andere Erfahrungen gemacht. Dazu aber später mehr ….

Jedenfalls regte ich mich darüber bei einer Bekannten auf. Sie spielte auch WoW. Und bat mir an, zu denen in die Gilde zu kommen. Sehr familiär, hauptsächlich RealLife Freunde und alles ohne Pflichten. Horde. Blackhand. Okay. Also erstellte ich mir wieder eine Blutelfe auf dem Server Blackhand. Ich wurde in die Gilde eingeladen und levelte dann wieder vor mir her. Ich entdeckte das Spiel Schritt für Schritt und es war ein unglaublich tolles Gefühl. Ungelogen, ich brauchte fast ein halbes Jahr, bis ich Level 110 (Endlevel) war.
Im Januar 2018 löste sich diese Gilde allerdings auf. Sie gründeten eine neue und ich ging mit. Dort war ich dann zum ersten Mal auf deren ts. Das kostete mich eine heiden Überwindung. Aber ich hatte Spaß. Ja verdammt, ich hatte unheimlich viel Spaß und lernte richtig tolle Menschen kennen. Sie brachten mir alles bei, wir lachten, waren oft bis spät in die Nacht zusammen online. Zum ersten Mal betrat ich einen Raid (Antorus) und schon bald lief ich meine ersten mythisch+ Instanzen. Das machte so viel Spaß und ich wollte immer mehr und besser werden.
Übrigens gab es hier einen Haken. Ein Hindernis, das in meinem Kopf existierte. Meine Versagensängste. Ich schaffte es fast nie, und wenn doch, mit verdammt viel Überwindung, mich irgendwo alleine anzumelden. Ich hatte Angst, dass ich irgendetwas falsch machen könnte. Immer wollte ich jemanden dabei haben. Das schränkt ganz schön ein … Aber irgendwie funktionierte es.

Doch leider hat alles irgendwann ein Ende. Kurz vorm Ende von Legion setzte ich mich mit einen damaligen Gildenmitglied zusammen. Es gab nämlich ein paar Dinge, die mich nach und nach störten. Es gab kein Vorankommen. Die Raids funktionierten nicht. Untereinander herrschte oft Klinsch. Er schaffte es, mich zu überzeugen, mit ihm die Gilde zu verlassen. Ich hatte aber Bedenken. Ich werde niemals wieder eine neue Gilde finden, in der ich mich so wohl fühle, wie in meiner ersten. Und irgendwann werde ich alleine dastehen. Doch er meinte, dass das Blödsinn wäre. Außerdem wäre er ja auch noch da. Und sein bester Freund ebenso, den er dazu holte.

Weil? Wir gründeten zum Start von Battle for Azeroth eine eigene Gilde. (Wir holten uns noch jemanden dazu, als Offi. Das war S.) Anfangs lief das sogar richtig gut. Ich hatte Spaß an meinen Aufgaben und blühte förmig auf. Ich bekam sogar meine Ängste in den Griff, zumindest innerhalb des Spiels. Aber es dauerte nicht lange, vielleicht einen Monat, da stand ich mit ALLEN Aufgaben alleine da. Ich bekam sogar den Gildenmeister, was dazu führte, dass ich nicht nur meine eigentlichen Aufgaben hatte und die der Offis, sondern, dass auch die Mitglieder mit ihren Problemen zu mir kamen. Das Ganze wuchs mir sehr schnell über den Kopf. Ich forderte ein Gespräch mit den Offis. Die Gilde sollte aufgelöst werden. Alle Mitglieder wurden über Nacht aus der Gilde gekickt. Und wer war die Schuldige? Ratet mal …

Zu Dritt suchten wir uns etwas Neues. Zuerst machten wir einen kurzen Ausflug zur Allianz. Stellten aber fest, dass es uns da nicht gefiel. Zurück zur Horde. Wir fanden schnell eine Gilde. Ich sagte noch, lasst uns bitte erst reden, bevor wir beitreten. Das wollten wir auch. Aber das taten wir nicht. Die beiden traten bei und damit ich nicht alleine bin, ging ich mit. Dabei wollte ich gar nicht in diese Gilde.
Ich glaube, ich blieb dort etwa ein Monat oder so. Dann wurde mir alles zu viel. Die Leute dort waren für mich furchtbar. Ständiges Gezicke und Geflame. Ich fühlte mich einfach nicht wohl.

Ich ging. Und dann wagte ich den Versuch, mir alleine etwas zu suchen. Ich fand recht schnell eine Gilde, in der ich mich anfangs sogar sauwohl fühlte. Na gut, der Gildenmeister N. war etwas merkwürdig. Ständig wirkte er mega genervt, wenn man etwas wollte. Aber das ignorierte ich einfach. Mit den anderen kam ich klar und das zählte. Immerhin war das für mich ein verdammt großer Fortschritt.
Dort lernte ich dann P. kennen. Er war ganz cool und wir unternahmen viel gemeinsam. Jedoch war er mit der Gilde total unzufrieden. Er sagte, dass sie unfähig sind und nichts gebacken bekommen. Ich weiß nicht, was mich packte, aber meine Naivität schubste meinen Verstand beiseite. Er meinte nämlich, dass wir beide die Gilde verlassen sollten. Ein Neuanfang. Auf Allianz. Das wäre doch toll. Ich schluckte. Ich erzählte ihm sogar noch von meinen Plänen, die ich damals mit unserer Hordengilde hatte. Er fand die genial. Das ziehen wir durch.

Diesmal nahm ich allerdings meine Hexe mit (die ich übrigens seit bfa spiele). Das kostete mich wohl mal eben 55 €, aber das war es mir wert.
Wir gründeten also die Gilde Keep calm and die auf Antonidas. Ich war wieder für das Rekrutieren zuständig, die Event Orga und … alles andere? Nicht schon wieder! Leider ging es ihm auch nicht schnell genug. Ich meine, bis so ein Raid Kader steht, das dauert. Aber nein. Er wollte sofort alles haben und möglichst sofort mythisch raiden. Das funktionierte aber so nicht. Er ging und ließ mich alleine.
Ich wollte die Gilde auflösen, aber ein Mitglied schrieb mich an. Er hilft mir. Das war T. Und dann kam M. Er hilft mir auch. Okay. Wir schaffen das. Ich bekam noch Unterstützung von einer Freundin und ihr Mann kam ebenfalls dazu. Na ja, der Mann war nicht unbedingt das Mitglied, das man sich wünscht. Immer war er am meckern. Seine Frau am hetzen – was jeder mitbekam. Und spielte sich auf, als wäre er der Obertyp.
Aber trotzdem … irgendwie funktionierte es trotzdem.
Und dann kam unser erster Raid. Oops. Wir haben etwas vergessen. Wir hatten keinen Raidleiter. Also lief das Ganze ein bisschen chaotisch ab. Und eskalierte.
Nach dem Raid hatte ich mich fürchterlich mit den Mann der besagten Freundin gestritten. Er verließ die Gilde und seine Frau mit.
Daraufhin brodelte die Gerüchteküche und die Stimmung innerhalb der Gilde kippte sofort auf Null. Alle fragten mich immer und immer wieder, was passiert sei. Ich erklärte und erklärte und erklärte. Und ein Mitglied bekam dies in den falschen Hals. Er empfand meine Erklärungen nämlich als Lästern ………..

Eines Tages schrieb er einen sehr langen Text. Diesen postete er in unseren Discord UND in den Gildenchat. Er stellte mich vor allen Leuten an den Pranger. Meine psychischen Krankheiten. Einfach alles. Was für ein falsches Stück ich wäre. Hinterhältig. Verlogen. Falsch.
Daraufhin wurde ich, jedes Mal, wenn ich über den Handelchannel Werbung für die Gilde machte, von irgendwelchen Leuten angeschrieben. Ich sollte mich schämen. Was für eine schlechte Gildenmeisterin ich doch wäre. Mein Ruf und der, der Gilde wäre ruiniert.
Für mich war das zu viel. Ich gab den Gildenmeister ab und verschwand.

Ich wechselte zu Blackmoore. Ein Server, auf den mich niemand kannte. Ich levelte mir einen neuen Jäger hoch und fand irgendwann eine neue Gilde.
Und zwar eine richtig tolle.
Na ja, wenn man mal übersieht, dass sich der Gildenmeister ständig an mich ranmachte. Sogar meinen Mann fiel das auf und er fragte mich, wer dieser K. ist, der mich ständig im WA anschreibt und mit mir flirtet. Ich ging darauf nie ein, aber er ließ es nicht bleiben.
Aber ich blieb in dieser Gilde. Denn dort lernte ich wieder tolle Menschen kennen. Machte sogar zum ersten Mal richtiges PVP.

Die erste Season neigte sich dann aber dem Ende. Und mein M+ Score? Ich wollte den noch so gerne auf mindestens 1.000 haben. Ach. Ich hatte ja noch diesen besagten P. in meiner Freundesliste. Ja, mir war bewusst, dass er ein Arschloch ist, aber trotzdem fragte ich ihn, ob er Lust hat, ein paar keys zu pushen. Ja klar, da war er sofort dabei.
Wir liefen auch eigentlich nur einen kleinen key. Kronsteig +6 war das. Und wir standen vor den Schwestern. Und ich rutsche mit meiner Hand ab (ich habe in der linken Hand kein richtiges Gefühl!) und pulle versehentlich den Boss. Es lief aber alles gut. Niemand starb, der Heiler hatte volles Mana und am Ende lag der Boss. Aber er schnauzte mich an. Wie dumm ich eigentlich bin. Nichts bekomme ich gebacken. Einfach lächerlich. (Es war noch mehr, aber ich erinnere mich nicht mehr an alles)

Jedoch reichte das auch. Das war nämlich der Tropfen, der mir noch fehlte. Zwei Tage später erlitt ich einen heftigen Nervenzusammenbruch und kurz darauf verschwand ich für einen Monat in der Psychatrie.

Und jetzt fragt ihr euch, wie ich nach all dem immer noch WoW zocken kann? Ganz einfach. Ich liebe dieses Spiel. Und nicht alle Menschen sind gleich.

Aber, als ich zurück kam, hatte sich meine damalige Gilde aufgelöst. Ich stand mal wieder alleine da.
Mein ehemaliger Offi M. schrieb mich eines Tages an. Er spielte mittlerweile auf Horde Blackhand. Dort hatte er eine coole Gilde gefunden. Ich könnte sofort beitreten.
Ich nahm also mal wieder 55 € in die Hand und transte zurück. Er fand die Leute cool. Ja. Ich nicht. Abgesehen davon kam ich mit den Offis nicht klar. Es gibt keine speziellen Gründe, sie waren mir einfach unsympathisch. Und ich denen scheinbar auch, was sie mir zu genüge zeigten. Einer weigerte sich sogar, für mich zu tanken.
Was sollte ich da? Ich ging.

Suchte eine neue Gilde. Fand auch eine. Eine Gilde, in der sie stolz posaunten, wie viele Drogen sie täglich nehmen und ständig waren sie dicht oder betrunken.
Ich suchte mir eine neue Gilde. Fand eine. Mittlerweile holten mich meine Ängste wieder ein. Das war alles so anstrengend. Immer wieder neue Menschen. Und nie konnte ich denen gerecht werden. Alle kannten sich. Alle waren so gut miteinander. Und ich fühlte mich immer ausgeschlossen.
Ich suchte mir eine neue Gilde. Fand wieder eine. Über 300 Mitglieder. Aber natürlich familiär. Dann sitzt du dort im Discord, mit ca 25 Leute in einem Channel und hörst denen zu. Gehst in der Masse unter.
Ich suchte mir eine neue Gilde. Fand nochmal eine. Und es lief sogar wieder ganz gut. Doch dort flog ich tatsächlich raus. Warum? Ich hatte zu Hause familiäre Probleme. Tochter. Totale Kriese. Ich sagte 2x nacheinander den Raid ab. Das war Grund genug für einen kick.

Ich hatte die Schnauze voll. Wollte keine Gilde mehr. Ich spielte mittlerweile nur noch alleine. Wieder einmal.
Und eines Tages schrieb mich S. wieder an. Der Typ, der damals schon bei uns Offi war und mich übrigens ebenfalls nicht immer nur nett behandelte. Aber ich bin ja so ein gutherziger Mensch und verzeihe alles. Und vertraue jedem. Und glaube jeden Bullshit. Und bin vor allem naiv genug, um mich wieder einmal überzeugen zu lassen.

Er entschuldigte sich erst einmal. Würden wir noch einmal eine Gilde gründen, ich würde ALLES anders machen. Hmmm. Ja. Es gab ja noch die zertrümmerte Gilde auf Allianz.

Obwohl ich auf Antonidas so furchtbare Erfahrungen gemacht habe, ging ich zurück. Mir war es auch egal. Alles war besser, als immer alleine sein zu müssen.
ICH erstellte einen Plan. ICH rekrutrierte wieder. ICH kümmerte mich um ALLES. Und S.? Er verpisste sich schon nach einer Woche.

Zum Glück lernte ich dort aber F. kennen. Eigentlich fand ich ihn übers Forum. Er suchte eine Gilde. Ich fand ihn ganz nett und zwischen uns passte es irgendwie. Er war nicht so ein Arschloch wie die anderen. Ich glaube, es dauerte keine Woche, da wurde er schon mein oberster Offi und half mir, wo es nur ging.
Es entwickelte sich nach und nach eine Freundschaft, die über eine Onlinebekanntschaft hinaus ging. Das tat mir vor allem sehr gut. Denn er zeigte mir damit nicht nur, dass es nicht nur Idioten in WoW gibt, er zeigte mir auch, wie es ist, wieder soziale Kontakte zu haben. Ich genoss das sehr und bin ihm heute noch unendlich dankbar, für ALLES, das er für mich getan hat. Und sei es nur, wenn ich mich mal wieder bei ihm auskotzen durfte.

Zusammen mit der Gilde hatten wir dann auch eine Zeit richtig Spaß. Wieder wurde bis spät nachts im Discord abgehangen, wir raideten, liefen M+, farmten Mounts oder Erfolge und genossen einfach das Spiel.

Allerdings lag auf dieser Gilde kein Segen. Sie zerbrach. Es scheiterte letztendlich daran, dass der Kader einfach nicht laufen wollte. Viele gingen in verschiedene Richtungen.
Aber F. und ich blieben zusammen und wir suchten uns etwas gemeinsam. Fanden auch schnell etwas. Doch wieder einmal war der Gildenmeister mit meiner Aktivität nicht zufrieden. Ich war ihm nämlich nicht oft genug im Voice aktiv. Dass ich damit aber Probleme hatte und meine Zeit brauchte, war scheißegal.

Ich wollte nicht mehr. Ich fühlte mich auf Allianz nicht mehr wohl. Ich wollte zurück auf meine Heimat. Blackhand.
F. und ich gingen also wieder zur Horde. Mich kostete das natürlich erneut jede Menge Geld. Was mir aber auch irgendwie egal war.

Wir fanden sehr schnell eine neue Gilde und die waren sogar richtig cool. Dachten wir. Dachte ich. Von wegen!
Dort lernten wir I. und Y. kennen. I. war sehr nett, irgendwie witzig. Aber er warnte mich immer vor Y. Sie konnte richtig fies sein. Das sagte er der richtigen. Natürlich fühlte ich mich sofort unwohl und bekam wieder Bauchweh.
F. und ich gingen. Besser ist das. Aber I. nahm Kontakt zu mir auf. Und dann passierte etwas, das mir viele schlaflose Nächte bereitete. Was mich irgendwie zu einen schlechten Menschen macht. Ich ließ mich von I. so sehr manipulieren, dass ich F. von jetzt auf gleich überall blockierte. Ich löschte einen Freund aus meinen Leben für einen Typen, den ich eigentlich gar nicht mehr leiden konnte. Warum ich das genau tat, kann ich nicht sagen. Aber mein Gewissen quälte mich ewig dafür. Zurecht.
Jedenfalls ging ich zurück in diese Gilde. „Ich bekam eine zweite Chance“.
Aber es war nicht mehr, wie es beim ersten Mal war. I. kritisierte mich ständig in jeglicher Form. Nicht nur bezogen auf das Spiel. Sondern auch persönlich.
An einen Tag war ich mit ihm alleine im ts. Mein Mann war auch zu Hause und saugte Staub. Da flippte I. aus. Er beschimpfte mich als ein faules Stück. Mein Mann geht schwer arbeiten, während ich mit meinen fetten Arsch den ganzen Tag zu Hause sitze und dann lasse ich ihn auch noch die Wohnung putzen.
Ich sagte darauf nichts. Musste nur schwer schlucken. Am Abend verließ ich die Gilde kommentarlos.

Ich wollte mit Blackhand nichts mehr zu tun haben. Ich transte nach Thrall. Neues Glück. Komplett von vorne. Niemand kennt mich.
Ich fand eine nette kleine Gilde mit tollen Leuten. Leider wurden sie aber meinen persönlichen Ansprüchen nicht gerecht. Ich redete mit der Leitung und ging im Guten.

Ich suchte mir was Neues und auch diesmal fand ich schnell etwas. Und das war der Zeitpunkt, wo ich dachte: DIE IST ES! Mit 97% der Leute kam ich saumäßig gut klar. Okay, den Raidlead fand ich menschlich gesehen furchtbar und ich glaube, er konnte mich ebenfalls nicht leiden. Jedesmal gab es im ts Sprüche auf meinen Kosten. Aber das schluckte ich runter und stand drüber.
Dann war da dieser Magier. Total krank im Kopf. Er wollte, dass ich ihn mit meiner Hexe zudotte, weil ihn das scharf macht. Und von dem Moment an schrieb er mir ständig so einen Mist. Er flog dann aber auch aus der Gilde.
Ein Mitglied. K. Er war der Cousin oder Bruder des Offis oder so. Er war ein Arschloch. Das zeigte er auch. Beleidigte mich. Ständig. Ich beschwerte mich. Was kam? Eine nette „Entschuldigung“ mit den Worten: Er muss den ganzen Tag auf Arbeit nett sein, da hat er am Abend keine Lust mehr nett zu sein. Wenn das ein Problem für mich ist, dann soll ich bitte gehen.
Das tat ich.

Mittlerweile hatte ich wirklich keine Lust mehr. Diese Gildensuche ist so furchtbar anstrengend.
Abends stöberte ich in der FA Gruppe von WoW. Fand dort einen Beitrag, wo jemand eine Gilde auf Thrall suchte. Ihm wurde eine Gilde auf Blackrock empfohlen. Beste Gilde überhaupt. Ich schmunzelte. War aber ein bisschen neugierig.
Der Beitrag dieser Gilde klang wirklich gut.

Blind transte ich nach Blackrock. Sie schrieben, dass bei ihnen Respekt an oberster Stelle steht und kein Gildenmitglied darf auf irgendeiner Weise schlecht behandelt werden.
Ich war dann also in dieser Gilde. War auch ganz okay. Was ich aber nicht wusste: Diese Gilde war auch sehr viel rpg mäßig unterwegs. Das war nun überhaupt nicht meins.
Aber ich dachte mir: Scheiß drauf. Du bleibst da jetzt drin. Gehst halt mit denen raiden und gut.

Anfang des Jahres meldeten sich plötzlich ehemalige Freunde. Wir kenne uns schon über 10 Jahre. Zwei davon spielen auch WoW. Auf Allianz. …………..
Nein! Diesmal ging ich nicht zurück. Ich spielte nur ein oder zwei Wochen mit irgendwelchen Twinks dort.
Aber ich machte einen Fehler. Wieder einmal.
Ich schrieb N. an. Meinen alten Gildenmeister. Mittlereile war er nämlich auch auf Allianz und ich dachte, da es mir ja damals dort ganz gut gefallen hatte, könnte ich ja dort ein bisschen raiden. In meiner Gilde auf Blackrock war eh gerade Raidpause.
Doch N. hatte sich verändert. Mittlerweile war er schrecklich arrogant.

Ich war hin und hergerissen. Unglücklich. Mit allem.
Nebenbei fraß mich dann auch noch Tag für Tag mein Gewissen, weil ich F. so sehr verraten hatte. Ich dachte mir, wenn ich schon meinen WoW Kram nicht gebacken bekomme, kann ich zumindest das klären.
Ich fasste all meinen Mut zusammen und schrieb ihn spontan an. Erst einmal artete das in einen kleinen Streit aus. Ich war irgendwann so wütend, dass ich hier saß und heulte.
Aber … er verzeihte mir. Warum auch immer ….

Und wir wollten wieder zusammen spielen. Er kam für mich nach Blackrock. Dort suchten wir uns etwas. Und fanden auch etwas.
Aber sie wollten uns nicht behalten. Denn im neuen Raid brachten wir in der ersten ID kein lila logs.
Wir suchten weiter. Ohne Erfolg.

Blackrock war eine scheiß Entscheidung. Wir transten beide zurück nach Blackhand. Diesmal zahlte ich den Wechsel mit meinen Gold. Über 600.000 Gold. Mal eben. Weg.

Jetzt sitzen wir beide da in unserer Bankgilde.
Ich habe vor wenigen Tagen einen Beitrag ins Forum gestellt, dass wir eine Gilde suchen. Und das ging ordentlich nach hinten los.
Jetzt werde ich wieder einmal öffentlich an den Pranger gestellt. Mein alter Gildenmeister N. hat diesen Beitrag gefunden. Y. wurde ebenfalls darauf aufmerksam.
Über mich wird sich amüsiert. Vor mir wird gewarnt.

Ich bin ein Gildenhopper.

Ich versuchte mich zu rechtfertigen. Aber auch das ging nach hinten los. Ich will die Schuld den anderen zuwerfen.

Und was passiert nun mit mir?
Ich habe Angst. Ich habe den Spaß verloren. Ich habe keine Motivation.
Erinnerungen kommen hoch.
Mein gesamter Körper steht unter Hochspannung. Teilweise so sehr, als müsste ich mich jeden Moment übergeben.
Heute waren wir einkaufen. Mitten im Netto lief plötzlich eine Träne. Ich schluckte das runter. Ich bin stark. Ich stehe da drüber. Ich schaffe das.

Aber ob ich nun noch mal eine Gilde finden werde? Keine Ahnung.
Momentan weiß ich nicht einmal, ob ich das will. Denn meine Angst ist gerade zu groß.

Ich habe ein Ticket geschrieben. Die sollen das Thema löschen. Dort drin stehen meine Kontaktdaten und ich kann sie aus technischen Gründen nicht mehr raus nehmen.

Das wars.
Meine WoW Laufbahn. Es fing so toll an. Es machte so viel Spaß. Ein Gelegenheitsspiel wurde zu einem geliebten Hobby. Und jetzt ist alles zerstört.

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