Happy Birthday to me?

Der gestrige Tag ist überstanden. Ob er schön war? Hmm vielleicht. Vielleicht nicht.
Ich möchte jetzt auf jeden Fall darüber schreiben und schauen, ob es mir tatsächlich wieder hilft und ich so den ganzen Mist verarbeiten kann …

Tja ja … jedes Jahr die gleiche Scheiße. Geburtstag. Man wird älter. Und sonst? Ja was soll denn sonst so sein?
Andere freuen sich über diesen Tag, zumindest die meisten. Sie bekommen Anrufe, treffen sich mit ihren Liebsten der Familie und ihren Freunden. Vielleicht gibt es auch hier und da ein kleines Geschenk. Kuchen. Und gute Laune.

Bei mir war das sonst auch immer so. Wirklich. Jedes Jahr kamen meine Eltern vorbei, wir aßen Kuchen und unterhielten uns. Meine Schwester rief meistens gegen Abend an und dann telefonierten wir oft mindestens zwei Stunden. So ging das eigentlich seit 20 Jahren.
An manchen Geburtstagen kamen sogar mal Freunde vorbei oder riefen an, aber davon habe ich ja eh keine mehr.

Und gestern? Hm. Mir haben meine Facebook Kontakte gratuliert. Meine Tochter schrieb mir eine WhatsApp Nachricht und von meiner Mutter bekam ich eine über Facebook. Ich war also nicht einmal ein Anruf wert!
Von meiner Schwester bekam ich dann spät abends eine WhatsApp Nachricht, sie hatte ihn fast vergessen. Es wurde knapp gratuliert und fertig.

Das ist genau das was ich im Vorbeitrag meinte … ich bin den Leuten scheißegal. Jedenfalls fühlt es sich so an.

Jedes Mal, wenn mir auf Facebook jemand schrieb, dass ich mich schön verwöhnen lassen und einen schönen Tag haben soll, musste ich innerlich schmunzeln.
Das einzig gute war eigentlich, dass ich am Abend mit meinem Mann auf Couch war. Wir machten Fon Due, guckten einen Film und das wars.
Vorher lag ich allerdings auch gelangweilt rum, spielte irgendwann XBox und kämpfte dabei stellenweise mit Tränen, weil mein Mann mich ignorierte, um seinen Kasino Streamer Knossi zu gucken. Das war für mich ganz schön hart und tat wirklich weh.

Ich glaube allerdings, dass ich das nun als so dermaßen schlimm empfinde, weil ich insgeheim sehr auf gewisse Nachrichten, Anrufe und Besuche gehofft habe. Und von all den Menschen, von denen ich es mir so sehr wünschte, kam rein gar nichts.
Dabei tut mir das mit meiner Mutter am meisten weh. Auch, wenn wir nun schon über 3 Monate nicht miteinander gesprochen haben (das ist ein anderes Thema), habe ich doch sehr gehofft, dass sie ihre Tochter zumindest anruft, wenn sie schon nicht vorbei kommt.
Es wurde nämlich nicht einmal gefragt, wie es mir geht.

Wirklich motivierend ist das Ganze nicht und es tut verdammt noch mal einfach nur weh.
Wenn man dann nämlich am Ende realisiert, dass man nicht nur im normalen Alltag vergessen wird, sondern auch an dem Geburtstag ein stummes Telefon hat. Traurig. Aber vielleicht habe ich es auch nicht anders verdient …

16 Kommentare bei „Happy Birthday to me?“

  1. Liebe Yvy,

    ich hoff das es dir gut tu das schreiben hier. Mir hilft wenn ich im Blog mich mitteilen kann. Aber eben, das ist halt nicht immer der Fall, das kommt sehr drauf an in welcher Phase wir uns grade befinden. Ich wünschte aber das es dir was bringt, wenigstens ab und an dich hier auskotzen lasst und vielleicht auch etwas Unterstützung bekommst, wenn auch nur in Worten.

    Das tut weh und ist echt scheisse, so wars bei mir auch immer. Also was Vater oder Bruder anging. Da hab ich schon lange die Erwartungen abgestellt. Ich hab aber wirklich Glück, meine Freunde rufen mich jedes Jahr an und auch meine Familie, also Kinder melden sich immer. Aber ich weiss noch genau wie es sich angefühlt hat als mein Vater meinen Geburi vergessen hat oder mein Bruder nur so pflichtmässig was gesagt hat. Fühl dich mal ganz fest umarmt. ich wünsch dir auf alle Fälle nachträglich alles Liebe und Gute auf deinen Geburtstag, möge das kommende Jahr viele schöne Momente für dich bereit halten! 🤗😘

    Niemand hat sowas verdient!!! Hallo, gehts noch? Du bist wichtig, solltest es auf alle Fälle sein, aber weisst du was? Wir sollten für uns wichtig genug sein. Und ich denke da liegt eben der Hase begraben. Wir sind uns selber nicht wichtig genug. Denn wenn wir das wären würde uns sowas nicht aus der Bahn werfen. 🤔 Und wir könnten uns durchsetzen und sagen wenn wir was wollen. oder denen mal die Meinung geigen wie beschissen sie uns behandeln. Aber das tun wir nicht weil wir denken das wir eben nicht wichtig genug sind.

    Ich weiss das will man nicht hören noch hilft dir das im Moment weiter. Aber versuch dich wenigstens heute wichtig zu nehmen und tu dir was Gutes!

    Ich schick dir ganz liebe Grüsse und ich denk an dich.

    Alexandra

    1. Hey Alex,
      vielen Dank für deine lieben Worte. Es freut mich von dir zu lesen. 🙂
      Ob es hilft oder mir damit gut geht, werde ich mit der Zeit sehen. Ich weiß, dass es mir sonst immer gut getan hat, aber irgendwie … ich weiß nicht. Dieses „Ich-will-nicht-nerven-Gefühl“ hat sich scheinbar bis auf den Blog ausgeweitet und dann habe ich es einfach gelassen.

      Ja, pflichtmäßig trifft es ganz gut. So fühlten sich vor allem die Nachrichten von meiner Schwester und meiner Mutter an. Eigentlich sollte ich auf meine Mutter nichts geben, aber das sagt man so leicht. :-/ Allerdings hätte ich das von meiner Schwester nie erwartet.

      Doch, eigentlich habe ich immer offen gesagt, wie ich mich fühle. Wenn mich jemand scheiße behandelt hat oder ich ein Verhalten nicht gut fand. Jedoch wurde ich dann oft nur ausgelacht oder verurteilt und irgendwann fing ich dann an zu schweigen. Ich dachte: Mir doch egal, dann mach ich halt alles mit mir selbst aus und lass die anderen reden was sie wollen. Habe alles runter geschluckt und gut. Und genau das war irgendwie falsch, im Grunde habe ich mir alles gefallen gelassen, womit es mir nach und nach immer schlechter ging.
      LG, Yvi und dir einen schönen Sonntag

      1. Liebe Yvi,
        ach, das Gefühl musst du nicht haben, wenn sich jemand stört daran, dann muss er es ja nicht lesen 😉 Schliesslich ist es dein Blog!

        Ja, sowas ähnliches hab ich auch erst vor kurzem erlebt, also eine Reaktion von jemandem der mir nahe ist und dessen Reaktion ich so nie und nimmer erwartet hätte. Das erstaunt und nicht nur sondern verunsichert. Das ist nicht schön.

        Ja, das sag ich auch immer, aber wenn ich ehrlich zu mir selber bin, ist es dennoch nicht okay. Denn das runterschlucken sagt ja eigentlich schon alles. Eben genau… Runterschlucken alles gefallen lassen hat eben nichts damit zu tun das wir uns selber wichtig und ernst nehmen zu tun. Klar kann man es sich schön reden von wegen, ist mir doch egal, ich habs gesagt ich brauch die Menschen nicht. Aber tief in einem drin brodelt’s dann doch, wir sind wütend, mehr auf uns als auf die andern, weil wir genau wissen das wir uns ungerecht behandelt fühlen und wir verletzt sind.

        ich arbeite grade mit meinen Chakras und bin grade am Sakralchakra dran, das hat auch mit Gefühlen zu tun, mit Lebenslust, Sinnlichkeit und so weiter. Und da merk ich wie sehr ich mich, meine Gefühle abgekoppelt habe und sie nicht zulasse. Es ist mir unangenehm mich meinen Gefühlen zu stellen weil ich denke das ich nicht das recht habe dies oder jenes zu fühlen. Das ich es so gesehen nicht wert bin. Und da muss ich sehr dran arbeiten. Wenn nicht wir uns ernst nehmen, wichtig nehmen und Lieben, wer dann?

        Ich wünsch dir einfach das es dir bald besser geht, du einen weg findest damit umzugehen, dich lernst wichtig zu nehmen, dich so zu akzeptieren wie du bist denn so bist du gut. Basta. 😉

        Ich wünsch dir jetzt einen schönen Tag.

        Herzlich, Alexandra

        1. Ja das stimmt schon, aber es ist halt dieser Gedanke … ich weiß auch nicht.

          Na ja was soll man anderes als runterschlucken tun? Wenn man was sagt ist es eh nicht okay oder falsch, man muss sich evtl rechtfertigen oder streitet. Darauf habe ich auch keine Lust. Aber du hast recht, man ärgert sich, denn eigentlich wünscht man es sich genau anders rum.

          Ich wünsche dir auch einen guten Tag.
          Meine Nacht war übrigens entspannt, ich hab gut geschlafen und bin einigermaßen gut drauf heute. 🙂

          1. Ja diese Frage stell ich mir auch, aber wollen wir das so? Nein. Die anderen tun’s ja auch nicht. Also sollten wir vielleicht doch mal auch für uns einstehen.
            Auch ich hasse Konfrontation. Aber manchmal denk ich, wenn der andere ein Problem mit meiner Meinung oder Gedanken oder Gefühle hat die ich ja nun mal auch haben darf, ist das deren und nicht mein Problem. Aber ja, da kommen dann gleich wieder Gedanken auf wie „Bringt’s das überhaupt?“ oder “ Was soll’s, ich kenn’s ja nicht anders, also lass ich’s.“
            Danke dir, und freut mich zuhören. 😉
            Liebe Grüsse
            Alexandra

  2. Liebe Yvi,

    es hat mir weh getan, Deine Zeilen hier zu lesen.

    ABER es stimmt nicht, DU BIST WICHTIG! DU BIST ETWAS GANZ BESONDERES!!!

    Jeder Mensch ist etwas besonderes. Jeder Mensch ist es wert, dass man sich mit ihm beschäftigt. DU bist es wert, dass man sich mit Dir beschäftigt.

    Es tut weh, wenn die eigene Mutter Dich an Deinem Geburtstag nicht anruft, Dich nicht besucht, keine Zeit für Dich hat. Ich kenne das, meine Mutter hatte und hat nie Zeit für mich, in ihren Augen habe ich immer alles falsch gemacht und mache alles falsch, für sie zählt nur mein Bruder. Jahrzehnte lang habe ich darunter gelitten, hat es mir weh getan, mich gekränkt. Heute stehe ich darüber. Meine Mutter denkt, dass es so ist, dann ist es halt für sie so. Genauso mein Bruder, er ist auch nicht anders. Na und sollen sie doch. Ich bin ich und entweder sie nehmen mich so wie ich bin oder sie lassen es.

    Eine Psychotherapeutin, bei der ich vor langer Zeit in Behandlung war, hat mir damals ein Buch empfohlen. Als sie den Titel nannte, habe ich zuerst gelacht und gefragt, was soll ich damit. Doch dann habe ich mir dieses Buch zur Hand genommen und es Seite auf Seite auf mich wirken lassen. Vielleicht magst Du es auch versuchen. Der Titel des Buches lautet: „Der kleine Prinz“ von Antoine de Saint-Exupéry. Dieses Buch macht uns Mut, sich in unserer, auf Gewinnstreben und Oberflächlichkeit ausgerichteten, Welt auf das zu konzentrieren, was wirklich zählt: Freundschaft, Mitmenschlichkeit und sich Zeit für die kleinen Dinge im Leben nehmen. Mittlerweile gibt es „Der kleine Prinz“ auch als Hörbuch: https://www.youtube.com/watch?v=coGBKWsBpV4

    Hör es Dir doch mal an, versuche es einfach. Vielleicht hilft es Dir, vielleicht auch nicht, was hast Du zu verlieren?

    Denk immer daran, Du bist Du – und andere müssen Dich so akzeptieren, wie Du bist. Nicht über Dich wird ein Urteil gefällt, Du fällst eines über sie.

    Liebe Yvi, ich wünsche Dir ganz viel Kraft und Stärke aus dem Tief wieder heraus zu finden.

    Liebe Grüße
    Ulli

    1. Hey Ulli,
      danke für deine Worte, aber … aber dann sag mir doch, wenn ich angeblich was besonderes sein soll und es wert wäre, dass man sich mit mir beschäftigt, warum bekomme ich dann plötzlich von allen Seiten die Arschkarte? Warum ignorieren mich plötzlich Menschen, die sonst einen wichtigen Platz in meinem Leben hatten?
      Heute war zB verabredet, dass ich mich mittags mit jemanden im Discord treffe, den ich auch schon ewig kenne und wir wollten ein bisschen quatschen. Er weiß eigentlich, dass es mir nicht gut geht. Und ich habe gewartet. Bis jetzt. Wenn was dazwischen kam, warum kann man nicht kurz Bescheid sagen?
      Oder wurde ich einfach wieder vergessen? Weil ich unwichtig bin.

      Was meine Mutter angeht … das ist ja irgendwie ein ganz spezielles Thema bei mir. Aber egal was war oder ist, es wäre ja nur ein Anruf gewesen.
      Was mich so wundert, sie hat ja meinen Mann auf FB geschrieben und angedeutet, dass sie kommt. Deswegen hatte ich mich ja besonders gefreut und dachte, es wäre eine Überraschung. Ja, ich habe mich gefreut, obwohl ich eigentlich sauer auf sie bin und seit 3 Monaten nicht mit ihr gesprochen habe. Tja …

  3. Liebe Yvi,
    hast Du mal nachgefragt? Ich meine, hast Du ihn angerufen? Vielleicht – ich sage nur vielleicht – ist ihm etwas dazwischen gekommen, vielleicht hat er den Termin auch vergessen, vielleicht ist er krank… es gibt 100te vielleicht. Wenn Du versucht ihn zu erreichen, könntest Du erfahren, warum er nicht gekommen ist.

    Klar, ich wäre auch sauer, wenn mich jemand versetzt. Und ich war auch schon sauer, weil mich jemand versetzt hat, sogar mein eigener Lebensgefährte hat mich an der Bushaltestelle im Regen stehen gelassen, nachdem er versprochen hat, mich nach dem Zahnarzt – wo ich einen Zahn gezogen bekam – abzuholen und sein Handy war aus. Ich war stinksauer und es hat sehr weh getan. Aber es ist halt passiert. Ja, so etwas sollte nicht passieren, aber wenn es passiert, kann man es leider nicht ändern.

    Aber es hat sicherlich nichts damit zu tun, dass DU es wert bist, dass man sich mit Dir trifft, Yvi, dass Du etwas ganz besonderes bist! Nur weil ein „Freund“ eine Verabredung nicht einhält. Ich weiß, das zieht Dich hinunter. Mir geht es genauso. Aber es gibt, Menschen, denen Du etwas Wert bist. Schau nur auf die Kommentare hier in Deinem Block!

    Das Thema „Mutter“ ist auch bei mir ein spezielles Thema – deswegen war ich ja auch schon psychotherapeutischer Behandlung. Aber da habe ich gelernt, dass meine Mutter nicht anders kann. Sie ist eben so. Bei ihr muss alles perfekt sein und es zählt nur, was die Leute sagen. Es muss alles so laufen, wie sie sich das vorstellt. Wenn das nicht so ist, dann ist sie beleidigt. Und man darf sie ja nicht aufregen, sie hat ja schon 2 Herzinfarkte gehabt. Ich habe gelernt zu schweigen, kaum etwas zu erzählen, nur ganz alltäglich Sachen mit ihr zu besprechen, wie z.B. das Wetter. Eine nähere Beziehung gibt es nicht, gab es nicht und wird es auch nie geben. Das ist so, pasta, damit musste ich mich abfinden. Und es ist für mich und zu meinem eigenen Schutz besser, es dabei zu belassen. Vielleicht musst Du diesen Schritt auch wagen, zumindest eine Zeitlang. Vielleicht macht es die Trennung dann leichter. Einen Versuch ist es wert, würde ich sagen.

    Und wenn Du wirklich wissen willst, warum sie Deinem Mann auf FB angedeutet hat, dass sie kommt und es dann doch nicht getan habt, dann fragt doch nach. Klar kann es sein, dass die Antwort Dich auch wieder verletzt, aber Du weißt dann zumindest woran Du bist. Versuch es einfach!

    Und noch etwas anderes, liebe Yvi, Du hast geschrieben, dass Du wieder stationär aufgenommen werden möchtest und das nicht geht, da Du keinen Arzt hast. So viel ich weiß, gibt es auch in Deutschland psychiatrische Notaufnahmen. Irgendwo in Deiner Nähe muss es so etwas geben. Wenn Du sofort persönliche Hilfe brauchen und ggf. auch stationär psychiatrisch aufgenommen werden möchtest, kannst Du doch jederzeit in die Notaufnahme eines Krankenhauses mit psychiatrischer Abteilung und Ambulanz gehen. Ich denke, dass das in Deutschland auch geht – habe vorhin mit einer Freundin in Deutschland gesprochen, die Altenpflegerin ist, die meinte, dass das geht. Der Rettungsdienst unter 112 bringt Dich dort auch hin.

    Ich hoffe, ich habe mich jetzt nicht zu weit vorgewagt, wenn ja, dann sei bitte nicht böse. Ich möchte Dir nur so gerne helfen, denn ich würde gerne die Yvi wieder finden, die ich kennengelernt habt….

    Liebe Grüße
    Ulli

    1. Hey Ulli,
      nein, das habe ich nicht getan. Aber ich kann das auch nicht. Ich kann nicht jedes Mal den Leuten hinterher rennen und fragen, warum sie sich nicht bei mir melden und warum sie mich nicht sehen wollen und warum sie mich nicht anrufen und warum sie mich vergessen und warum … nein, ich kann das nicht mehr. Ich habe früher immer die Leute angeschrieben und gefragt und getan und zu 99 % wurde ich abgelehnt oder ignoriert. Ich habe da keine Lust mehr drauf. Vor allem ist da immer diese laute Stimme, die mir sagt, dass ich die Leute damit nerve. Es gab in den letzten Jahren nur einen einzigen Menschen, dem ich, was sowas anging, vertrauen konnte und der für mich da war. Bei ihm gab es keine Stimme, die mich abhielt. Aber letztendlich hat auch er mich sitzen gelassen, was nun über ein halbes Jahr her ist und seitdem habe ich nichts mehr von ihm gehört.

      Mir geht es auch gar nicht darum, dass er es evtl in bösen Absichten getan hat. Es war bloß ein Beispiel dafür, dass ich es momentan einfach von allen Seiten bekomme. Mutter. Schwester. Bekannter. Mann. Das ist so … ich finde da keine Worte für. Aber ich glaube, das war noch mal so ein Ding, was in dem Moment so „passend“ war.

      Diesen Schritt mit meiner Mutter habe ich schon lange hinter mir. Deswegen habe ich ja seit 3 Monaten nicht mehr mit ihr gesprochen. Ich habe mich von ihr distanziert und ihr auch meine Meinung gesagt. Seitdem meidet sie mich und wenn was ist, meldet sie sich bei meinem Mann. Aber das hat sie irgendwie schon lange getan. Warum wissen wir nicht. Sie antwortet ja auf solche Fragen nicht und sie ist besonders gut darin, Dinge einfach abzustreiten. Ich bilde mir alles ein, das hat sie nie getan und Punkt. So einfach ist das …

      Was psychiatrische Unterbringung angeht … ja, die gibt es hier. Als ich damals den heftigen Nervenzusammenbruch hatte und eine Einweisung bekam, musste ich zusehen, wie ich dort hinkomme. 😀
      Als ich dann in der Aufnahme war, setzten sie mich auf eine Warteliste. Ich war nicht akut gefährdet und gut. Und die Warteliste bekam ich auch nur, weil ich dringend drum gebeten habe, denn eigentlich meinten sie, dass ich stationär nicht aufgenommen werden müsste. Ein normaler Psychologe oder Tagesklinik würde reichen. Ich hatte denen erklärt, dass ich durch meine Soziophobie nicht mit dem Bus fahren kann. Und Psychologen bin ich seit Jahren auf der Suche – erfolglos.
      Damals hatte mich übrigens meine Mutter dort hin gefahren … kann ich ja jetzt auch vergessen.
      Aber ich bin dran, mich zu erkundigen, was ich tun kann. Leider ist die Klinik halt weiter entfernt …

  4. Hey Yvi,
    entschuldige, dass ich mich erst jetzt melde, aber heute war mal wieder so ein Tag, wo ich hundert Dinge begonnen habe und nichts fertig ebracht habe. Ich finde diese Tag schrecklich, wo ich so vor mich hintrödle und dann doch nichts schaffe. Aber es gibt sie halt immer mal wieder.
    Ich kann Dich gut verstehen, dass Du den Leuten nicht hinterherrennen magst. Aber manchmal ist es halt einfach notwendig, zumindest bei mir. Ich habe da einige solche Kandidaten, da muss ich das einfach machen, sonst wäre der Kontakt schon lange abgebrochen.
    Da ist erstmal meine Freundin Elvira, sie hat immer Angst, dass sie mich bei irgendetwas stört, wenn sie anruft, oder dass sie sich aufdrängt. Elvira meldet sich nie von sich aus, dass muss immer von mir kommen. Wahrscheinlich sagst Du Dir naja, dann bin ich ihr nicht wichtig genug. Doch das ist nicht so. Elvira ist sehr einsam und hat nur wenige Freunde, wahrscheinlich aus dem Grund, dass sie sich nie meldet. Aber sie kann einfach nicht anders. Ich weiß das und habe damit umgehen gelernt.
    Ich könnte hier viele aufzählen, meine Eltern, mein Bruder, meine Schwägerin, deren Kinder, meine Arbeitskollegen…. Hier bin immer ich es, die Kontakt aufnimmt und diesen auch aufrecht erhält. Ich weiß nicht, vielleicht bin ich ihnen wirklich nicht wichtig genug, kann schon sein, trotzdem möchte ich sie nicht aus meinem Leben streichen. Aber das sieht sicherlich jeder anders.
    Ich kann Dich allerdings aus diesem Grund gut verstehen, denn auch ich habe nicht immer Lust dazu, meistens überwinde ich mich dann aber und melde mich dann doch wieder. Ich glaube einfach nicht, dass Du die Leute nervst. Besonders leid tut es mir allerdings um den einzigen Menschen, den Du wie Du schreibst, vertrauen konntest. Bist Du Dir wirklich sicher, dass er Dich sitzen gelassen hat? Warum versucht Du nicht gerade in diesem Fall einfach mal Kontakt aufzunehmen. Ganz vorsichtig nur, einfach mal anschreiben und nachfragen, wie es geht?
    Ich glaube nicht, dass es so ein Ding ist, was in dem Moment so „passend“ war. Yvi, diese Menschen sind einfach nur gedankenlos. Sie können sich nicht vorstellen, was sie damit anrichten. Allerdings Deine Familie sollte es wissen, aber vielleicht auch nicht. Viele Menschen tun sich mit der Vorstellung schwer. Leider ist das so. Ich finde es schlimm, besonders wenn ich eigentlich wissen müsste, wie sehr dieser Mensch auf eine Nachricht von mir wartet, oder wie viel ihm ein Treffen bedeutet. Aber manche Menschen denken einfach nicht so weit mit.
    Das Problem mit Deiner Mutter scheint dem mit meiner sehr ähnlich zu sein. Nur habe ich einen anderen Weg gefunden, damit umzugehen, glaube ich. Ich telefoniere jeden Tag – außer Samstag, Sonntag und Feiertag – mit meinen Eltern. Viel haben wir uns – besonders meine Mutter und ich – mit meinem Vater ist das anders – nicht zu sagen. Wir gehen höflich und distanziert miteinander um. Jeder fragt wie es dem anderen geht und wünscht dann einen schönen Tag. Ich erzähle kaum etwas von mir, nur Allgemeinheiten. So ist meine Mutter zufrieden, wenn sie etwas sagt, sage ich brav ja werde ich machen oder so. Ich denke mir meinen Teil und lebe mein Leben, dass von ihrem nicht berührt wird. Aber so ist sie zufrieden, kann mir nichts vorwerfen oder so. Wir leben im selben Ort, aber ich habe meine Eltern schon mehr als ein Jahr nicht gesehen, das hat nichts mit Corona zu tun. Es ist einfach so. Es ist so besser für mich. Und ich habe gelernt, dass das für mich das wichtigste ist.
    Eines verstehe ich nicht, gibt es bei Euch keine Krankentransporte? Bei uns gibt es das schon und vor allem seit Corona kann man eigentlich fast nur mehr mit der Rettung ins Krankenhaus gebracht werden, dazu braucht man nur einen Überweisungsschein vom Hausarzt. Ich war in den letzten Monaten seit meinem Unfall im Mai relativ oft bei Ärzten oder im Krankenhaus, auch die Rettung war ein paarmal mit Notarzt bei mir. Das klappt bei uns eigentlich relativ gut.
    Dass Du seit Jahren auf der Suche nach einem Psychologen bist, kann ich gut verstehen. Ich weiß, wie schwierig es ist, da jemand zu finden. Als ich vor etwa 15 Jahren endlich eine gefunden hatte, ging das ein Jahr lang gut und dann ist sie umgezogen – viel zu weit weg von mir – und seither habe ich keine/keinen mehr gefunden.
    Kann Dein Mann Dich nicht hinbringen? Ich hoffe, mir der Frage trete ich Dir nicht zu nahe. Wenn ja, vergiss sie einfach.
    Aber um eines bitte ich Dich, gib nicht auf. Es wird sich etwas finden, ich glaube ganz fest daran. Kennst Du die Seite: http://www.borderline-plattform.de/index.php
    Ich habe heute hier ein bisschen gelesen und werde das auch noch weiter tun. Leider ist das Forum nicht öffentlich, aber das ist auch verständlich.
    Nun muss ich ein Fußbad nehmen – eitriger Zeh. Ich melde mich morgen wieder – bis dann.

    Liebe Grüße
    Ulli

    1. Alles gut, wenn du mal ein paar Tage für dich brauchst, ist das doch völlig okay. 🙂

      Ja, ich verstehe was du meinst. Aber Ulli, bei mir ist es auch so, wie bei deiner Freundin. Ich kann mich nicht melden und schaffe es einfach nicht. Das war schon immer so und das wird sich auch nicht mal eben ändern. Auch bei mir sind viele Freundschaften dadurch zerstört worden, denn sie dachten, dass alles nur von ihnen kommt und ich melde mich sowieso nie und habe kein Interesse. Aber das ist falsch. Einer habe ich das dann vorher gesagt, sie meinte, es ist okay, aber melden tut sie sich mittlerweile trotzdem nicht mehr. Sie fragte ein paar Mal, ob wir mit zu irgendeiner Veranstaltung kommen. Ich kann sowas aber nicht mehr. Tja … man führt halt ein langweiliges Leben. Zumindest für andere …
      Deswegen, bei mir hat nichts mit keine Lust zu tun. Manchmal vielleicht, aber ich KANN nicht. Ich will so vieles, aber ich schaffe es einfach nicht. Da sind so verdammt viele Stimmen in meinem Kopf die mich an so vielem hindern. Da geht nicht: Mach doch einfach mal, – oder – Versuch es doch zumindest – … so einfach ist das leider nicht. So sehr ich es mir selbst wünsche.

      Und ja, ich bin mir sicher, dass er mich sitzen lassen hat. Wir waren gerade am schreiben und mittendrin blockiert er mich. Auf Discord, im Spiel löschte er mich und auch auf FB und WA blockierte er mich. Wie soll ich ihn dann noch kontaktieren?
      Ich habe ihn natürlich mehrmals gestalkt und habe gesehen, dass er mich mittlerweile auf FB wieder freigegeben hat. Aber hier kommt wieder dieses: Ich kann nicht. Ich würde so gerne denn ich vermisse diese Freundschaft so sehr und er fehlt mir.
      Ich weiß, warum er das getan hat. Aber leider hatte er diesmal Unrecht, denn worum es in dem Gespräch ging, das wollte ich für ihn tun, um ihm entgegen zu kommen. Und ich gehe ganz ganz stark davon aus, dass er mich falsch verstanden hatte. Wir hatten wohl nur geschrieben, aber das ist dieses, wie einen nicht ausreden lassen. Ich war einfach noch nicht fertig und ich glaube, hätte ich alles sagen können, hätte er mich nicht blockiert. Seitdem sind nun ca 8 Monate vergangen und ich habe das noch immer nicht verkraftet.

      Doch, natürlich gibt es bei uns Krankentransporte. Aber die kommen in akuten Fällen, meiner ist nicht so einer. Heute geht es mir zB gut. Was soll ich denen sagen? Wenn ich jetzt an dem Tag zurückdenke, an dem es mir so schlecht ging, weiß ich stellenweise nicht einmal mehr was los war. Wie es zu allem kam. Das ist weg. Würde ich nun mit einer anderen Person über meine Krankheiten reden und er würde mir gegenüber sitzen, würde er mir nicht glauben.
      Ich war bisher 2x in dieser Klinik bei der Aufnahme mit einer Einweisung. Beim ersten Mal haben sie mich nach Hause geschickt!!! Ich bin denen nicht krank genug. Beim 2ten Mal war das genau das gleiche, allerdings habe ich darauf bestanden und denen erklärt, dass ich ambulant aufgrund meiner Soziophobie nichts machen kann. Ich fahre zB nur Bus, wenn mein Mann dabei ist. Wie soll ich überall hinkommen. Dann haben sie nachgelassen.

      Nein, mein Mann kann mich nirgendwo hinbringen, da er 1. kein Führerschein hat und auch nur Bus fährt, 2. arbeitet er gefühlt 24/7 und hat schlichtweg keine Zeit. Er begleitet mich zu Ärzten, aber nur, wenn die Termine in seiner Schicht passen. Ich hab schon ein paar Mal Arzttermine gehabt, extra so, dass er mitkommt, dann gab es bei ihm einen Schichtwechsel oder aber er war sogar zu müde oder hatte keine Lust und dann musste ich diese Termine absagen. Teilweise wichtige Termine.
      Ich bin diesbezüglich wie ein kleines Kind und kann so etwas nicht alleine. Ich bin da voll auf ihn angewiesen und wenn er sagt nein, dann nein.
      Er befasst sich aber auch nicht wirklich damit, aber ich kann ihn auch nicht zwingen. Ich verstehe ihn auch. Er arbeitet sehr hart und kommt nach Hause und findet dann so ein Wrack wie mich und ist überfordert. Das ist auch für ihn zu viel und schwer. Dazu kommen noch die Probleme unserer großen Tochter und dann auch noch meine Scheiße …
      ist halt so …

      Ja, ich kenne die Seite und auch viele andere. Ich weiß, was ich als Borderliner zu tun habe. Ich war damit in Therapie und habe gelernt damit einigermaßen zu leben.
      Ich kenne auch Anlaufstellen, hab mich in Netzwerken gemeldet und bin dadurch auf viele Wartelisten für Psychologen. Aber das wars auch. Mehr machen die auch nicht.

  5. Guten Abend, Yvi,
    bin wieder zurück. Ging schneller als ich dachte und das war auch gut so. Denn zur Zeit ist es für mich sehr schwierig, draußen unterwegs zu sein. Das kam so: Bis vor zwei Wochen hatte ich einen Leihrollstuhl, der mich jedes Monat € 50,- gekostet hat. Ich habe mich sehr gefreut, als von der Krankenkasse die Zusage kam, dass ich einen neuen Rollstuhl für mich bekommen sollte. Wie schon erwähnt kam dieser vor zwei Wochen an, aber leider war es der falsche Rollstuhl, nämlich ein Standardrollstuhl. Ich benötige aber einen der breiter und höher ist, genauso einen wie der Leihrollstuhl war. Du kannst Dir denken, wie sauer ich war, dass die Firma einen falschen Rollstuhl geliefert hat. Wir sind gleich hin und haben das beanstandet, worauf hin mir die Verkäuferin erklärte, andere gibt es nicht. Tja, kann ja nicht sein, der Leihrollstuhl war ja auch ein anderer. Wir einigten uns darauf, dass mich der Vertreter der Rollstuhlfirma anrufen sollte. Dies ist gestern endlich geschehen und nun bekomme ich den richtigen Stuhl, allerdings muss ich jetzt natürlich wieder warten. In dem Standardrollstuhl kann ich die Beine nicht hochstellen, er ist viel zu niedrig und total eng, ich verkrampfe mich dann immer total und habe dadurch nachher Schmerzen.
    Nun haben wir – also mein Lebensgefährte und ich – schon zu Abend gegessen und ich kann mich jetzt ganz Deinem Scheiben widmen. Vielen Dank übrigens, dass Du immer so schnell antwortest, ich habe mich sehr darüber gefreut.
    Auch einen lieben Dank für Dein Verständnis, es kann schon vorkommen, dass ich mal ein paar Tage nicht melde. Besonders an Wochenenden – wie das nächste – wenn meine Kinder kommen. Dann finde ich nämlich meistens nicht die Zeit und Ruhe mich an den PC zu setzen. Da bleibt dann alles liegen, auch im Forum. Aber meine Mitglieder kennen das schon. 😊
    Ich weiß nicht, wenn mir eine Freundin sagt, dass sie halt Probleme hat, sich zu melden, dann akzeptiere ich das einfach. Und versuche von mir aus, den Kontakt aufrecht zu erhalten. Ich verstehe das schon und komme damit gut klar. Ich denke nicht, dass Du ein langweiliges Leben führst, warum auch, nur weil man keine Veranstaltungen besucht. Das kann ich auch seit meinem Sturz nicht mehr, aber langweiliger ist mein Leben trotzdem nicht geworden. Es gibt ja so viele andere Dinge, die man machen kann. Meine Tage sind mir trotzdem immer zu kurz… Dein Leben ist doch auch ausgefüllt, Du malst so viel, Du schreibst, Du hast Deinen Block und sicher auch noch einige andere Dinge…
    Ich habe ja die letzten Tage einiges über Borderline gelesen und dabei gemerkt, wie wenig ich doch wirklich darüber gewusst habe. Ich dachte eigentlich ganz gut bescheid zu wissen, doch da habe ich mich sehr getäuscht. Ich bin mir sicher, dass Du es wirklich nicht kannst. Ganz klar, dass es da nicht geht, einfach mal zu machen oder es auch nur zu versuchen. Es ist schon viel komplizierter. Mit Wünschen alleine ist es da leider nicht getan. So sehr ich es Dir auch wünschen würde, aber das funktioniert natürlich nicht. Da gehört viel mehr dazu.
    Ich denke mal, Du sollst es vielleicht nicht aus den Augen verlieren, dass der Kontakt zu Deinem Freund wieder offen ist. Eines Tages schaffst Du es vielleicht Dich zu melden. Es wird nicht heute und nicht morgen sein, aber der Tag wird kommen. Es ist sehr wahrscheinlich, dass er Dich falsch verstanden hat, aber warum hat er nicht nachgefragt. Nun diese Frage ist müssig zu stellen, er hat es nicht getan. Vielleicht tut es ihm auch schon leid, denn er hat Dich ja wieder freigegeben, ein Kontakt wäre also möglich. 8 Monate sind einerseits eine lange Zeit, andererseits in diesem Fall doch recht wenig. Um so etwas zu verkraften, muss wohl noch einige Zeit vergehen. Denn gute Freunde findet man ja nicht auf der Straße, im Gegenteil sie sind sehr sehr selten.
    Ich freue mich, dass es Dir heute gut geht, hoffentlich hält das eine Weile an. Es ist doch nur natürlich, dass es für Dich gute und schlechte Tage gibt. Ich wünsche Dir nur, dass die guten bald überwiegen werden. Doch ich denke schon, dass man Dir glauben würde, wenn Du von Deiner Krankheit erzählen würdest. Alleine wegen Deiner Soziophobie wäre doch eine Psychotherapie nötig. Ich denke, dass würde Dich schon mal einen Schritt weiterbringen, wenn das behandelt werden würde.
    Was macht Dein Mann beruflich? Schichtarbeit an sich ist immer anstrengend, ich kenne das noch von meinem Lebensgefährten, der zuerst im Callcenter Bereich und dann in der Hotellerie tätig war und immer Schicht gearbeitet hat. Erst seit etwas mehr als einem Jahr ist er im EDV Bereich tätig und arbeitet nur mehr unter Tags und vor allem nicht mehr am Wochenende, das ist für uns auch eine große Erleichterung.
    Es ist sicherlich auch für Deinen Mann nicht einfach, man sollte in so einem Fall immer beide Seiten sehen. Wenn sein Beruf so stressig ist, ist klar, dass er müde ist, ich kenne das von meinem Lebensgefährten, aber ich kann mich da über ihn nicht bescheren, er mault zwar, aber zum Arzt oder ins Krankenhaus fährt er mich dann trotzdem, auch wenn er manchmal die ganze Fahrt vor sich hinschimpft. 😊 Aber das mit den Schichtwechseln oder Überstunden kannte ich auch, da habe ich oft so manchen Termin absagen müssen.
    Ich glaube auch, dass Dein Mann zeitweise überfordert ist, trotzdem sollte er sich wohl mit Deiner Krankheit auseinandersetzen. Vielleicht würde er Dich dann besser verstehen und es würde manches einfacher machen. Vielleicht aber auch nicht, da ich ihn nicht kenne, kann ich dazu natürlich auch nichts sagen. Leicht ist es für ihn sicherlich auch nicht, dass kann ich mir gut vorstellen. Und sicherlich sind die Probleme mit Deiner großen Tochter auch schlimm.
    Aber Du darfst Dich von Deinem Mann nicht davon abhalten lassen, zu versuchen, einen Klinikplatz zu bekommen, denn ich bin mir sicher, dass Dir da geholfen werden kann.
    Ich finde, Du machst das recht gut, mit Deiner Krankheit zu leben, meine ich. Nun wenn Du auf vielen Wartelisten bist, ergibt sich vielleicht doch mal etwas…
    Versprich mir einfach, dass Du die Hoffnung nicht aufgibst. Es wird sich etwas ergeben, vielleicht schon bald…
    Du bist es wert, denn Du bist ganz etwas Besonderes. Ich weiß das und viele andere wissen es auch…

    Ich wünsche Dir noch einen schönen Abend!

    Ganz liebe Grüße
    sendet Dir Ulli

    1. Hey Ulli,
      sorry, dass meine Antwort diesmal ein bisschen gedauert hat, aber ich brauchte mal ein paar Tage für mich und auch zum nachdenken. 🙂
      Meine Mutter hatte mich nämlich versehentlich auf FB in einem Beitrag markiert, als sie vorgestern zum Geburtstag meiner Schwester wollte … das war dann natürlich erst einmal ein Schlag für mich. Hab einen entsprechenden Kommentar drunter gehauen und das wars. Na ja …

      Also, es ist völlig okay, wenn du dir auch mal mit dem antworten Zeit lässt. Wie du siehst, ich kann auch nicht immer sofort.

      Das mit deinem Rollstuhl ist natürlich ärgerlich. Ich glaube ich könnte da gar nicht ruhig bleiben und hätte einen mega Aufstand gemacht. Ich drücke dir die Daumen, dass du nun nicht wieder so lange warten musst und vor allem dann auch wirklich der richtige kommt.

      Na ja, viele denken so etwas halt, also, dass mein Leben langweilig wäre. Aber das sind dann halt auch oft Menschen, die ganz andere Vorstellungen haben.
      Und doch ja, manchmal finde ich mein Leben selbst auch langweilig. Klar, ich habe viele Hobbys, meinen Blog, lesen, Netflix, malen, WoW und will auch bald wieder digitale Grafiken basteln … aber mir fehlen halt die sozialen Kontakte, Freundschaften und ein Alltag, der nicht nur aus Hobbys besteht. Ich würde sehr gerne wieder arbeiten oder auch mal rausgehen. Das sind Dinge, die ich nicht kann. Vor allem bin ich fast den ganzen Tag alleine.

      Ich habe über den Freund nachgedacht. Ich will es versuchen. Es wird bestimmt schwierig, aber ich gucke, ob es funktioniert. Zu verlieren habe ich ja eigentlich eh nichts mehr.

      Mein Mann ist Konfektionierer in einer Etikettendruckerei. Dort arbeitet er im 3 Schicht System. Und zu seinen 8+ Arbeitsstunden kann man noch gut 2 Std Hin & Rückfahrt rechnen. Also … er ist immer mindestens 10-11 Stunden weg und wenn er zu Hause ist, ist er oft kaputt und schläft dann sehr sehr schnell ein.
      Diese Woche hat er zB Frühschicht, da steht er um 02 Uhr auf und geht gegen 21 / 22 Uhr ins Bett. Ich gehe dann immer mit früh ins Bett, aber ich sollte mir das abgewöhnen … nun ist es 03 Uhr und ich bin wach. Aber er schnarcht halt so laut und deswegen will ich nie nach ihm ins Bett gehen. Hmm, schwierig.

  6. Liebe Yvi,
    alles Liebe und Gute nachträglich zum Geburtstag.
    Dein Post hat mich getroffen, ich hätte dir einen fröhlicheren Tag gewünscht und kann mir nicht denken, dass du den Menschen egal bist. Ich denke eher, jeder ist im Moment sehr mit sich und der situation beschäftigt.
    Also hätte ich geahnt, dass du so traurig gewesen bist, ich hätte dich am Abend angerufen. Aber davon hast du ihm Nachhinein auch nicht viel.
    Die sozialen Kontakte aufrecht zuerhalten, ist wirklich nicht leicht. Aber manchmal lohnt es sich, selbst der aktive Part beim Anrufen und sich ins Gedächtnis bringen zu sein.
    Versuch es doch mal, einen Versuch ist es immer wert.
    Ich drücke dich ganz fest und wünsche dir viel Kraft und Zuversicht.
    lg Barbara

    1. Hey Barbara,
      vielen Dank! Das ist echt lieb von dir.
      Ja, natürlich ist jeder mit sich selbst beschäftigt. Aber bei dem Thema Mutter ist das glaube ich was anderes.
      Egal … ist halt so und ja …
      LG, Yvi

  7. Hey Yvi,

    tja wie Du gesehen hast, warst Du es jetzt, die auf Antwort warten musste, das wechselt sich einfach ab und ist in meinen Augen nicht schlimm, man muss sich ja nicht jeden melden, Hauptsache man tut es überhaupt. Und wenn ich Dir auf die Nerven gehe und Du eine Pause brauchst, kannst Du mir das gerne schreiben. Ich bin dann nicht böse. Ich melde mich dann schon wieder, bestimmt.

    Naja, mit dem Kommentar war es wohl nicht getan, oder? So etwas tut einfach weh, verstehe, aber Yvi nimm Dir das nicht so zu Herzen. Manche Mütter sind einfach so. Meine sieht auch immer nur meinen Bruder Walter, was er sagt ist immer richtig, was er macht ist immer richtig, seine Meinung ist toll usw. Mich trifft das nicht mehr, wenn sie damit glücklich ist, dann soll sie es sein. Ich lebe mein Leben und er das seine. Es ist schade, ja, aber ich denke mal – wir sind einfach beide zu alt um uns noch zu ändern und so wird es wohl auch so bleiben. Tja, und ich weiß schon, warum ich FB immer seltener nutze, es bringt doch nichts als Probleme. Aber wir können halt doch immer wieder die Finger nicht davon lassen… Ich kenne das nur zu gut.

    Naja, wenn ich mich wegen dem Rollstuhl ärgere, bringt es mich auch nicht weiter. Leider ist er immer noch nicht da, gestern hätte ich ihn gut brauchen können, denn dann hätte ich meine Kinder auf den Friedhof und bei ihrem Spaziergang rund um die Wiese – diesen Weg sind wir immer gemeinsam mit ihrem Vater gegangen – begleiten können. Andererseits wer weiß, wozu es gut war, bei dem Ausmaß, dass die Neuansteckungen von Corona in Österreich angenommen haben, ist es vielleicht besser gewesen, dass ich zuhause geblieben bin. Somit habe ich mich nicht der Gefahr ausgesetzt, angesteckt zu werden. Und das möchte ich als Risikopatientin unbedingt vermeiden.

    Ich denke, es ist ganz wichtig, dass Du Dein Leben nicht langweilig findest. Ich verstehe, dass Dir die sozialen Kontakte fehlen, aber Yvi, zur Zeit fehlen uns allen die sozialen Kontakte mit dem 2. Lockdown sind wir alle wieder mehr oder weniger eingesperrt. Ich halte Dir immer noch die Daumen, dass Du bald eine Therapie bekommen kannst und dann auch wieder die Möglichkeit hast, soziale Kontakte zumindest teilweise zu pflegen. Mein Lebensgefährte macht zwar Homeoffice, aber ich sehe ihn, da er oben in seinem Büro arbeitet und ich die Stiegen nicht hinauf gehen kann, eigentlich auch den ganzen Tag nicht, es ist fast so als wäre er im Büro. Natürlich im Notfall wäre er zuhause, das stimmt schon.

    Ich glaube Dir aber, dass das Alleinsein für Dich schlimm sein muss. Irgendwie müsstest Du eine Freundin finden, die in Deiner Nähe wohnt, die Dich dann auch manchmal besuchen kommen könnte. Einige von denen, die hier in diesem Blog schreiben, kennen Dich doch schon länger oder besser, zumindest hört sich das für mich so an. Vielleicht lässt sich da mal etwas machen. Oder ihr telefoniert mal miteinander, geht ja auch über Skype.
    Du bist noch so jung, Yvi, irgendwann wird sich das alles für Dich auch wieder ändern, ich glaube da ganz fest daran. Du bist ein so besonderer Mensch und hast so viele Talente, das werden andere Menschen auch noch merken, da bin ich mir ganz sicher.

    Toll, dass Du über Deinen Freund nachgedacht hast. Lass Dir Zeit, gehe es langsam an, versuch es einfach, Du hast nichts zu verlieren, da stimme ich Dir voll zu. Aber ich bin stolz auf Dich, dass Du den Versuch wagen willst. Alleine das bringt Dich da bin ich mir sicher, einen Schritt weiter, dass Du Dich überwunden hast und zumindest daran denkst es zu versuchen.
    Hmm unter dem Beruf Konfektionierer kann ich mir irgendwie nichts vorstellen, sorry. Was macht Dein Mann da? Aber Schichtarbeit ist schlimm und belastet den Körper extrem. Also wenn er immer 10 Stunden unterwegs ist, kann ich mir gut vorstellen, dass er danach erledigt ist und seine Ruhe haben möchte. Für Dich, wo Du den ganzen Tag alleine warst, ist das natürlich schlimm, denn Du würdest sicherlich dann gerne mit ihm reden und Zeit mit ihm verbringen.

    Wow, um 2 Uhr aufstehen, das klingt schrecklich für mich. Klar, dass er da früh schlafen gehen muss, 21 Uhr ist da ja eh schon spät, da kann er ja nur 5 Stunden schlafen….
    Ich kenne das aus der Zeit, wo Nico – also mein Lebensgefährte noch Schicht gearbeitet hat, da wusste ich auch nie, wie ich es am besten machen. Denn ich selbst musste auch um 6.45 Uhr in der Arbeit sein und eigentlich früh aufstehen. Damals war das auch ein Problem. Nico schnarcht nämlich auch, oder ich sollte besser sagen, dass er geschnarcht hat. Denn ich habe ihn zum HNO-Arzt geschickt, der festgestellt hat, dass er unter einer Schlafapnoe – nächtlichen Atemstörung – leidet. Er musste dann eine Nacht im Schlaflabor verbringen, seither setzt er in der Nacht eine Maske auf, die an ein CPAP-Gerät angeschlossen ist, das bewirkt durch seinen besonderen Druckausgleich, dass die Atemwege frei bleiben und die Zunge sich nicht absenken kann. Somit schnarcht er auch nicht mehr.

    Aber seit ich krank bin, schlafe ich ja eh unten und Nico meistens oben, da wir immer noch zu unterschiedlichen Zeiten schlafen gehen. Am Wochenende schläft Nico dann meistens bei mir unten, da ich ja die Stiegen zur Zeit nicht hinaufsteigen kann.

    So nun fangen gleich meine Nachrichten an, die ich mir fast jeden Tag ansehe, danach sehe ich mal, aber ich werde versuchen auf die anderen Beiträge auch noch zu antworten.
    Liebe Grüße

    Ulli

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