Es liegt an mir. Nur an mir.

Bildquelle: Pixaby

Es wird mal wieder Zeit für einen Beitrag, oder? Ich habe mir so sehr vorgenommen, meinen Blog zu pflegen. Ach, ich habe mir so vieles vorgenommen und hey … anfangs lief es auch echt gut. Ich habe mir sogar mit der Daylino App Ziele gesetzt. Jeden Tag malen. Jeden Tag lesen. Einmal die Woche shoppen oder nur bummeln. Filme gucken, usw usw … Das sind halt alles Dinge, die ich gerne mache und die mir Spaß bereiten. Abgesehen davon wollte ich meine Freundschaften pflegen. Aber ich versage in allem …

Ihr könnt ja selbst nachverfolgen, wie oft ich einen Blogbeitrag erstellt habe. Natürlich darf es auch mal nur ein Freitagsfüller sein oder irgendwas anderes in dieser Art. Aber irgendwie schaffe ich nicht mal das. Ich sitze hier und denke: Du willst bloggen. Aber ich kann nicht. Ich finde keine Motivation. Malen. Ich will, aber ich bin andauernd so angespannt, dass ich es zum Verrecken nicht schaffe einen Stift lange in der Hand zu halten. Alles lenkt mich ab und macht mich teilweise wahnsinnig. Das mit den Filmen klappt ganz gut. Endlich habe ich die Shadow Hunter Serie beendet und gucke nun noch mal Tote Mädchen lügen nicht. Lesen geht so. Nicht jeden Abend, aber so 3-5x die Woche nehme ich abends ein Buch in die Hand. Mein Kindle ist leider kaputt, aber ich habe ja noch genügend Taschenbücher auf meinem SUB stehen.
Die Sache mit den Freunden klappt nur irgendwie nicht. Ich will. Ja, ich will so unheimlich gerne mich bei vielen Menschen melden und Kaffee trinken, reden, Spaß haben. Aber ich habe immer und immer wieder das Gefühl, dass ich störe. Manche wissen das, aber viele verstehen es nicht. Ich will das ändern, aber ich weiß nicht, wie ich das machen soll. Es sind auch keine Ausreden, wenn ich sage, dass ich es nicht schaffe, mich dann in den Bus zu setzen. Ich kann es einfach nicht. Der Gedanke vor einem vollen Bus und mit vielen Schulkindern oder so, macht mich teilweise wahnsinnig.
Ich bin alleine. Und wahrscheinlich werde ich es immer bleiben.

Diese Einsamkeit wird mich irgendwann auffressen. Ich habe mir so fest vorgenommen, dass das nicht mehr passieren wird. Ebenso wie ich mir vorgenommen habe, dass ich mir von niemanden auf der Welt Druck machen lassen will. Ja, das hatte mich kaputt gemacht. Aber wer macht mir diesen Druck? Mache ich ihn mir selbst? Ist es eine sinnlose Schuldzuweisung oder Ausrede, wenn ich sage, dass er immer noch von meiner Familie kommt? Sie wollen es nicht sehen. Es liegt an mir. Das sagen sie. Das sagt sie. Meine Mutter. Andere sagen, dass es an mir liegt. Sagt auch sie. Wer sagt jetzt eigentlich was und wer ist der eigentliche Schuldige? Hört das nie auf?

Also bin doch ich das eigentliche Problem, oder? Denn ich bin die Person, die mit normalen Alltagssituationen nicht klarkommt und ich bin es, die sich einfach durchsetzen will. Zwei Dinge die in manchen Situationen nicht miteinander kommunizieren können.

Aber was tue ich jetzt dagegen? Ich weiß es einfach nicht, aber oft stelle ich mir die Frage, ob ich nicht besser hätte in der Klinik bleiben sollen. Und es ist schon wieder die Angst, die mich beherrscht. Und ich habe niemanden, der an meiner Seite steht und mir da raus hilft.
Einsam. Schon wieder. Vor kurzem wollte eine Dame vom Gesundheitsamt auf Hausbesuch kommen. Ich sagte ihr bewusst, dass ich morgens keine Termine wahrnehmen kann. Das störte sie aber wenig und sie hat es nicht akzeptiert. Ich ließ mich trotzdem auf den Termin ein, denn ich sah irgendwo eine Chance. Leider konnte ich ihn nicht wahrnehmen. Ich habe die Nacht nicht geschlafen und somit verpasst. Irgendwann habe ich ihr extremes Hämmern an der Tür gehört. Ich konnte die Tür aber nicht mehr öffnen. Ich hatte Angst. Es lag also schon wieder an mir. Es ist ein Rattenschwanz.

Meine Tochter dreht momentan total durch. Vermutlich läuft es momentan darauf hinaus, dass sie nicht mehr nach Hause kommen wird. Warum und wieso ist hier unwichtig. Aber worauf ich hinaus will, ich wollte, dass sie endlich Konsequenzen für ihr Handeln zu spüren bekommt. Mein Mann sah das ebenso und sprach für vier Wochen Besuchskontaktverbot aus. Alles andere zieht ja leider nicht. Meine Mutter geht zur Wohngruppe, schnippt mit dem Finger und Töchterchen geht zu Oma. Am Telefon herrschte Streit. Denn es lag ja mal wieder an mir. Ich bin jetzt Diejenige, die meiner Mutter was will.
Die Wohngruppe wusste, dass ich keinem Druck ausgesetzt werden sollte. Aber sie ließen es zu, dass meine Mutter von dort aus mich anruft und wir streiten. Streiten, weil meine Mutter ihren Willen nicht durchbekommt und mich dann doch wieder unter Druck setzt.
Das arme Kind. Und alles nur, weil ich es der Welt schwer machen will.
Es liegt also schon wieder an mir. An wem auch sonst?

Und jetzt mal eine ganz ehrliche Frage:
Wie verdammt noch mal soll man den ganzen Scheiß eigentlich ertragen?
Ich muss zum Arzt und schaffe es nicht.
Ich muss mich immer rechtfertigen.
Ich kann meine eigenen Ziele nicht verfolgen.
Ich habe Angst vor allem und jedem.
Ich habe niemanden zum Reden und Zuhören.
Das ist Einsamkeit und eine ewige Schuld und das tut weh.
Und ich komme da nicht mehr raus …

3 Kommentare bei „Es liegt an mir. Nur an mir.“

  1. Süsse,

    warum versagst du? Dein Tag hat doch auch nur 24 Stunden! Aber ich weiss, Gefühle kann man nicht so abstellen. Ich kämpfe ja auch mit dem Thema „ich sollte, ich wollte“ und? Genau, auch ich schaff es nicht. Und weisst du was ich verstanden habe, nur verstanden nicht verinnerlicht und gelernt und schon gar nicht umgesetzt, der Druck mach ich meistens selber. Ich sage, ich möchte mindestens 3 Mal in der Woche bloggen. Ich will mindestens2 Bücher im Monat schaffen, ich will dies und jenes, oder besser muss und sollte. Aber warum? Wer erwartet das wirklich von min? Mein Mann? Nö. Die Nachbarn? Die kratzt so gar nicht was ich will oder soll oder muss. Auch meine Kinder machen sich nicht halb so viel Gedanken. Ausser der Ältesten sagen die beiden anderen gar nichts. Also wer bleibt über? Ich. *langes Gesicht*

    Klar hat die Gesellschaft ihre Anforderungen an mich. Und die setzen mich auch sehr unter druck. Aber ich weiss auch das meine Therapeutin recht hat mit dem, dass es nicht um die Gesellschaft geht sondern um mich. Ich muss lernen wer ich bin, meine Selbstwahrnehmung muss sich ändern, dann können mich all die negativen Anforderungen der anderen nichts mehr anhaben. Wenns nur so leicht wäre. *schulterzuck*

    Ich sitze hier und denke: Du willst bloggen. Aber ich kann nicht. Ich finde keine Motivation. Malen. Ich will, aber ich bin andauernd so angespannt, dass ich es zum Verrecken nicht schaffe einen Stift lange in der Hand zu halten. Alles lenkt mich ab und macht mich teilweise wahnsinnig. Das mit den Filmen klappt ganz gut. Endlich habe ich die Shadow Hunter Serie beendet und gucke nun noch mal Tote Mädchen lügen nicht. Lesen geht so. Nicht jeden Abend, aber so 3-5x die Woche nehme ich abends ein Buch in die Hand. Mein Kindle ist leider kaputt, aber ich habe ja noch genügend Taschenbücher auf meinem SUB stehen.

    Da hätte meine rede sein können, genau, genau so gehts mir so oft. Aber langsam, gaaaaanz langsam kommt die Energie wieder zurück. Ich muss einfach aufpassen das ich mich ernst nehme und akzeptiere das es halt noch nicht so ist wie früher. Denn dann kommt der Rückfall ganz bestimmt und das will ich einfach nicht. der 8 monatiger Totalrückzug hat mir gereicht.

    * Wie verdammt noch mal soll man den ganzen Scheiß eigentlich ertragen?
    Ich glaube das kann man nur wenn man mit sich im Reinen ist. Ich frag mich dass seit Jahren. Und immer läuft darauf hinaus das man einfach erträgt und funktioniert, bis man wieder zusammenbricht. Ich würde dir da so gerne einen ganz einfach umzusetzenden rat geben, aber den gibt es nicht. Es ist harte Arbeit, an uns.

    Ich muss zum Arzt und schaffe es nicht.
    *Hast es inzwischen geschafft?

    Ich muss mich immer rechtfertigen.
    *Kenn ich *genervt guck* es ist so schnell passiert das man sich angegriffen fühlt und sich dann rechtfertigt. ich schaff es auch heute noch nicht hin zu stehen und für mich einzustehen. Da fühl ich mich immer sooooooooooo klein. Dann steigt nicht nur die Panik, auf sondern auch die Wut, Wut auf mich, tut auf die anderen.

    Ich kann meine eigenen Ziele nicht verfolgen.
    * *handreich* Wollen wir zusammen etwas machen, uns gegenseitig anspornen, unterstützen? Ich hätte ab 1. Juli eine Dankbarkeits-Challenge am laufen die ich eigentlich für mich entworfen habe, aber 4 oder 5 fand es ne tolle Idee und machen jetzt auch mit. Magst du auch?

    Ich habe Angst vor allem und jedem.
    * Hm, ist bei mir ähnlich. Vielleicht nicht ganz so ausgeprägt wie bei dir, ist aber auch Tagesformabhängig. was würde dir denn helfen?

    Ich habe niemanden zum Reden und Zuhören.
    * *fuchtel* Ich, hier… willst schreiben, mailen, chatten? telefonieren? sag bescheid 😉

    Das ist Einsamkeit und eine ewige Schuld und das tut weh.
    Ja…. *traurig guck* Lass dich einfach ganz fest umarmen!!

    Und ich komme da nicht mehr raus …
    * Doch, es braucht aber seine Zeit, deine Zeit. Die ist nicht vorgeschrieben und was ganz wichtig ist, Akzeptanz, Toleranz dir selber gegenüber und Liebe. *augenverdreh* ja ich weiss, ich hab das ja auch so gut drauf *ironieaus*

    So, und schon wieder hab ich dich zugeleitet. Sorry. Aber es ist schön, man klingt das jetzt doof, schön *andiestirnklatsch* jemanden zu treffen dem es genau, oder sehr ähnlich geht. Ich glaube wir können uns gegenseitig unterstützen. Nebst dem das wir mit unseren Blogs andere sensibilisieren und aufklären 😉 Also, mach weiter so, in deinem Tempo. Einmal in der Woche, oder mal etwas mehr, einfach wies passt!! Schlussendlich gehts auch um Authentizität. 😉

    Herzlich, deine Alex

    1. Hey Alex,

      vielen dank für deine tolle Antwort. Ein bisschen tut das ja schon gut, muss ich ja zugeben. Es macht auch Mut, vielen Dank.

      Ich weiß ja irgendwie schon, dass ich mich selbst sehr unter Druck setze. Deswegen ja – es liegt an mir. Es ist total bescheuert, aber ich komme aus diesen Denkverhalten einfach nicht raus.

      Ja, du sagst es genau richtig. Man erträgt und funktioniert … und irgendwann bricht es einfach wieder zusammen. Ich hoffe, dass ich das nicht noch mal durchmachen muss. Es war die Hölle.

      Nein, ich war nicht beim Arzt. Meine Tabletten hat auch mein Mann für mich abgeholt, weil ich es einfach nicht geschafft habe. Er kann mich leider kaum zum Arzt begleiten, eben wegen der Arbeit. Und sonst habe ich ja niemanden mehr.

      Zur Challenge wie gesagt, klär mich auf. 😀

      Ich habe keine Ahnung was mir helfen würde. Meistens hilft es mir, wenn mein Mann dabei ist. Ich fühle mich schon irgendwie abhängig, aber er unterstützt mich halt wo er kann. Wenn er kann.

      Telefonieren mag ich eigentlich nicht so gerne. Das war wohl mal anders. 🙂
      Aber so über den Blog ist das schon toll. Wie gesagt, das macht auch Mut und freut mich jedes Mal wie verrückt. Ehrlich!

      1. Naben Liebes,

        das freut mich das ich dir damit etwas Mut machen konnte.

        Ich weiss ja selber wie das ist, in den ganzen Gedanken und Emotionen gefangen zu sein. Ich bin auch hart am arbeite und es fällt mir auch sehr schwer voran zu kommen. Aber ich denke es liegt auch daran das wir immer nur negativ über uns denken, denn meine Therapeutin zeigt mir immer wieder auf was sich verändert hat in den letzten paar Wochen. Seit es mir etwas besser geht. Man sollte viel nachsichtiger, geduldiger und verständnisvoller sein mit sich selber. Wir sind das bei anderen ja auch.

        Das tut mir leid. Schaf wohn ich so weit weg. Sonst würd ich mit dir hin gehen.

        Ja, das Anghängigkeitsgefühl ist nicht schön. Das hatte ich auch stark. Aber als ich wirklich auf dem 0 Punkt war, war mir alles scheiss egal. Aber schön haben wir 2 Männer die für uns da sind soweit sie das können. 😉

        ich hasse telefonieren *lach* Ich bin der Schreibtyp, aber für dich hätte ich es versucht. Aber das schreiben steht zum Angebot.

        Schön, ich freu mich auch wenn du schreibst ;

        Nun denn, einen entspannten Abend dir meine Liebe!

        Herzlich, deine Alex

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